Im BP-Kurs vom letzten Dienstag hat uns Sebastian mit seinem Einstieg erst einmal den Rhythmus gegeben. Unter dem Motto „Komplexität“ haben wir ihm mit Händen und Füssen nachgeklopft und dabei der Reihe nach aus unseren Weihnachtsferien berichtet. Tatsächlich wurden die Klopfmuster immer vielfältiger und komplexer und Max Woodtli filmte das ganze Klangwerk.

„Fragen geben die Denkrichtung vor“ – damit führte Max ins Coaching ein:

Wir bildeten mit Stühlen einen inneren und einen äusseren Kreis, so dass sich immer zwei gegenüber sitzen. Bei „Aechz, Stöhn, Krächz“ berichtete der/die eine zu „Was ist das letzte Jahr nicht gut gelaufen?“ und die/der PartnerIn stellte Warum-Fragen. Es wurde rotiert und mit neuen Partnern zur selben Frage Wie-Fragen gestellt. Auf beiden Seiten wurden Unterschiede erlebt: z.B. ist „Warum“ auf Ursachen in der Vergangenheit ausgerichtet – die wir wahrscheinlich nie genau kennen werden. „Wie“ ist mehr im Hier-und-Jetzt und zukunftsorientiert auf den Prozess fokussiert. Je nach Kontext kann die Frage nach dem Warum sinnvoll und hilfreich sein. Die Frage nach dem Wie kann jedoch leichter eine Entwicklung in Gang bringen.

In gespielten „Verkaufsgesprächen“ wurde jemand als Verkäufer/Verkäuferin instruiert zwei andere zu überzeugen, eine Ferienreise zu buchen. Diese hatten die Aufgabe, sich möglichst inkongruent zu verhalten: entweder verbal offen und nonverbal verschlossen oder umgekehrt zu sein. Auch hier wurden auf beiden Seiten Unterschiede festgestellt. Beides kann jedoch recht verwirrend sein.

Fazit: Wie wir mit unserer Körperhaltung umgehen, beeinflussen wir wie wir denken und wie wir denken, beeinflussen wir unsere Körperhaltung.

„Der Körper ist die Sprache der Seele“ Samy Molcho

Wie können wir mit konstruktivem Visualisieren und Zielmanagement Schülerinnen und Schülern optimal für ihren Lernprozess coachen?

Eine Kernaussage zum Web 2.0 ist „…, dass die Novität, die mit dem Label Web 2.0 markiert wird, weniger technologischer Art ist, sondern vor allem als eine veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Internets aufgefasst werden kann“ (Kerres 2006, nach Peschke, R., Rüddigkeit V., Wagner, W-R. In: Computer + Unterricht. Anregungen und Materialien für das Lernen in der Informationsgesellschaft. Web 2.0 Internet interaktiv. Friedrich in Velber, 66 (2007), S. 6).

Web 2.0 meint die Entwicklung vom Netz vom Distributionsmedium zum „Mit-Mach-Netz“. Das Web wird zum „virtuellen Schreibtisch“ und dient zur Nutzbarmachung der kollektiven Intelligenz. Wir sind unterwegs zu einer „Pädagogik der Navigation“ (Röll, 2003, nach Peschke, R., Rüddigkeit V., Wagner, W-R. In: Computer + Unterricht, 66 (2007), S. 7) zur Förderung der Selbstständigkeit und Problemlösungskompetenz. Die Grundsätze konstruktivistischer Lernphilosophie erinnern an Ansätze aus der Reformpädagogik. Web 2.0 meint auch ein neues technisches Leitbild auf dem „Campus Schule“ mit Blogs, Wikis und Podcasts und neuen fachdidaktischen Interessen. „Guter Unterricht“ meint kooperatives Lernen, E-Learning und vor allem Handlungsorientierung. Weitere Informationen zu Anwendungen für die „Schule im Netz“ wie RSS-Feeds (del.icio.us), Tagging, Blogs (z.B. wordpress), Podcasts und Wikis (z.B. wetpaint) in: Computer + Unterricht. Anregungen und Materialien für das Lernen in der Informationsgesellschaft. Web 2.0 Internet interaktiv. Friedrich in Velber, 66 (2007). Dazu gehört auch das E-Portfolio (ausser E-Portfolios wie z.B. mahara gibt es auch die Möglichkeit eines E-Portfolios über igoogle).

Entscheidend bei diesen neuen technischen Möglichkeiten wird sicher die Art und Weise der Umsetzung sein. Zu hoffen bleibt, dass – im Unterschied zur damaligen Reformpädagogik – möglichst viele Projekte wissenschaftlich begleitet, in die Bildungsforschung eingebunden und kritisch reflektiert werden.
Lernen ist kognitiv, motivational, emotional und sozial bedingt (Gabi, Blended Learning in der Lehrerbildung. Grundlagen für die Konzeption innovativer Lernumgebungen. Lengerich: Papst Science Publishers, 2005). Beim Blended Learning dienen digitale Medien nicht nur zur Distribution und Repräsentation, sondern auch zur Exploration, Kommunikation und Kooperation. Es werden sowohl Informationstechnologien wie Multimedia-Instrumente als auch Kommunikationstechnologien wie Hypermedia-Tools eingesetzt. Modelle des Blended Learnings können eher technologiebasiert begründet sein. Weiter ein dreidimensionaler Ansatz mit Lehr- und Lernebene, Handlungsebene und die Ebene der sozialen Organisation (Baumgartner 2004, nach Reinmann, 2005, 107). Schliesslich lässt sich Blended Learning auch auf vor allem didaktisch begründete Szenarien aufbauen. In einer strukturgenetischen Perspektive wird durch aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt Wissen generiert. Neben institutionalisiertem Lernen spielen auch informelle Lernformen eine wichtige Rolle. Bei Blended-Learning-Umgebungen sollen Struktur, Prozess und Technik möglichst kohärent sein. Je nach Design findet Lernen in unterschiedlichen Paradigmen statt:
• beim behavioristischen Ansatz steht z.B. das Trainieren von Fertigkeiten mittels Programmen und Instruktionen im Vordergrund,
• beim Kognitivismus die Informationsverarbeitung und Steuerung,
• der Konstruktivismus setzt schliesslich auf die Ermöglichung zum Entdecken, auf Selbstorganisation und Empowerment in Form von Lernkontexten und Aufgaben oder gar Spielen.
Blendet Learning kann nicht nur für den Unterricht, sondern als „pädagogischer Doppeldecker“ auch für die Lehreraus- und –fortbildung sinnvoll sein.
Auch hier gilt sicher, jede Lösung ist so gut wie ihre Umsetzung. Selbst wenn zwei Fachleute genau das Gleiche tun, gibt es Unterschiede. Systemisch gesehen spielen für das Gelingen einer Implementierung viele Faktoren eine Rolle: räumliche, zeitliche, technische und vor allem menschliche (Renoldner Ch., Scala E., Rabenstein R., einfach systemisch! Systemische Grundlagen und Methoden für Ihre pädagogische Arbeit. Münster: Oekotopia Verlag, 2007). Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Nützliche Tipps für die Begleitung beim „Lernen im Netz“ gibt Graf Maja: eModeration, Lernende im Netz begleiten. Bern: h.e.p. verlag ag, 2004. Es geht um E-Learning-Formen in der Praxis, um Tools, Anwendungen, hilfreiche Checklisten und – ganz wichtig – die Betreuung der Lernenden wie z.B. die Abklärung der Vorkenntnisse. Für die didaktische Umsetzung sind unterschiedliche Lernsettings wie z.B. Werkstattunterricht, Postenlauf sowie der Einsatz von Kompetenzrastern und LernJobs u.a.m. denkbar (Müller A. spirit of learning. Dem Wissen auf der Spur. Februar 03).

Lernförderlich am Kurs IKT-BUA fand ich, dass ich

  • Themen der Kurse IKT und BP repetieren und festigen konnte und
  • in die virtuelle Welt und ihre Folgen Einblicke bekommen habe.

Die ILIAS-Einführung von Frau Nunnenmacher vom zfm hat mich darin bestärkt, als Lehrerin an der KSR mit dieser Internetplattform nach Möglichkeit zu arbeiten. Wesentliche Vorteile sind für mich:

  • vielfältige Einsatzmöglichkeiten
  • zuverlässiger Support und pädagogischer Bezug durch das zfm sowie
  • gemeinsame Nutzungsmöglichkeit der ganzen Schule.

Lernhemmend und frustrierend am Kurs IKT-BUA fand ich gesamthaft gesehen die mangelnde Unterstützung für Lernende wie mich mit geringerer Vorkenntnis und Übung in IKT.

Ich habe den Eindruck, dass es in einer heterogenen Lerngruppe für alle Beteiligten und von der Gruppendynamik her wenig förderlicher ist, wenn ungeübtere Lernende genötigt werden

  • das „Rad“ einfacher Tastenkombinationen ständig selber neu zu erfinden
  • andere KursteilnehmerInnen – über ein erträgliches Mass hinaus – um Rat zu fragen
  • im Multitasking-Modus den teils unverständlichen Diskussionen zu folgen und
  • gleichzeitig um den eigenen Leistungsnachweis zu kämpfen.

Da helfen auch gut gemeinte Bemerkungen einer lösungsorientierten Pädagogik wenig weiter.

Für eine optimalere Bilanz zwischen Aufwand (Zeit und vor allem Energie) und Ertrag (Lern- und Handlungserfolg) hätten mir persönlich mit meinen IKT-Vorkenntnissen

  • klarer strukturierte und präzisere Anweisungen und
  • individuelle Hilfestellungen und konkrete Tipps vom Kursleiter

konkret weitergeholfen.

Gewünscht hätte ich mir ein echt „empathisches“ Eingehen auch auf ungeübtere Lernende – so wie wir es in den Kursen IKT-BUA und BP ausführlich behandelt haben.

Wie schon in der mündlichen Evaluation erwähnt, finde ich in diesem Zusammenhang gerade für uns aktuelle und zukünftige Lehrkräfte der Sekundarstufe II Jürg Jegge`s Buch

„Dummheit ist lernbar“

sehr erwähnenswert.

Damit anstatt „Dummheit“ Nützlicheres in nützlicher Frist gelernt wird, sollte immer wieder die ganze „Lehr-Pyramide“ bewusst gepflegt werden: zuoberst die methodische, dann die fachliche, schliesslich die kommunikative und im breiten Feld unten die Beziehungsfähigkeit (von Peter Heiniger skizziert, Einführungskurs für Praxislehrkräfte, 22.09.07).

Nach Programm ging es heute um Themen wie

Was ist Wesentlich beim Coaching? Allgemein gesehen sicher eine gute Beziehungsbasis und Empathiefähigkeit. Die Gruppenübung ergab zudem: Offenheit, Flexibilität, Akzeptanz verschiedener kognitiver „Landkarten“, Klarheit im sprachlichen Ausdruck, Geduld, Orientierung geben und Motivieren.

All diese Aspekte sind bei einer „Kanalreduktion“ besonders wichtig. Sei es, dass sich Coach und Coachee nicht sehen oder die Kommunikation als Online-Prozessbegleitung läuft.

Besonders einleuchtend finde ich das Konzept der 4 psychological needs nach William Glasser:

  • Belonging (Zugehörigkeitsgefühl)
  • Power (Selbstvertrauen, Glaube an den eignen Erfolg, Selbstwirksamkeit)
  • Freedom (Freiheit/Zufriedenheit)
  • Fun (Freude, Lust am Lernen, emotionale Aspekte des Lernens)

Diese Ueberlegungen leuchten mir sehr ein. Aus pädagogisch-psychologischer Sicht denke ich, dass die emotionalen Aspekte für einen erfolgreichen Lernprozess sehr bedeutsam sind.

Auch das Stufenmodell von Gilly Salmon scheint mir sehr sinnvoll:

  • Autonomes Lernen
  • Wissenskonstruktion
  • Informationsaustausch
  • Online Sozialisation
  • Zugang und Motivation

Beim Zugang sollten – aus eigener Erfahrung -  zuerst einmal die technischen Kenntnisse gut erfasst, vermittelt und geübt werden.

Aber eben: Es ist und bleibt immer wieder eine grosse Herausforderung, die gute Theorie möglichst optimal in der Praxis umzusetzen – sei es im herkömmlichen Unterricht oder im Web 2.0.

Hier mein erster Podcast-Ausschnitt, als kleines Muster. Ein paar Interviewfragen von Max Woodtli zu Beat Brüllmann zu seiner Zukunft mit IKT:

Mit Interesse habe ich gestern eine Video-Vorlesung vom Medienprofessor Bolz angeschaut. Er sprach von den „Stärken schwacher Bindungen“ und ihrer Effektivität (z.B. von Fremden bekomme ich wegweisende Tips). Bolz brachte auch einmal mehr die Pareto-Verteilung wie z.B. 20% der Internetangebote bekommen 80% Aufmerksamkeit. Seine Kriterien für gute Blogs sind Authentizität und Emotionalität. Es geht um Meinungen von Laien, die zu einer Art neuer „Wahrheit“ führen. Das Fachwissen wird durch das Wissen aller ergänzt, ein Paradebeispiel ist Wikipedia.

Heute morgen ist Herr Stephan Seydel von rebell.tv zu Gast. Er erzählte unter anderem die Geschichte von Gregory Bateson: sinngemäss gebe man einen Frosch in einen Topf mit Wasser und koche ihn – er würde es nicht merken. Handkerum, wenn man einen Frosch in einen Topf mit kochendem Wasser werfe, würde er strampeln, um raus zu kommen. Dies als Analogie zu gesellschaftlichen Prozessen: langsame Veränderungen werden unter Umständen nicht mehr bemerkt.

Mehr möchte ich an dieser Stelle zu diesem doch recht eigenartigen Morgen und seiner IKT-mässigen und pädagogischen Relevanz nicht sagen.

Am Nachmittag führte uns Frau Nunnemacher vom zfm der PHTG in die E-Learning-Plattform ILIAS ein. Ihre gut strukturierten Anleitungen und Beispiele waren sehr hilfreich. Sie haben mich in meiner Vorstellung vom selbstgewählten Leistungsnachweis für den BUA-Kurs sehr bestärkt. Mehr dazu verrate ich morgen …

Heute ging es im BUA vor allem um E-Learning 1.0, Lernparadigmen und Good Practice-Beispiele. Themen waren die Definition und Vorteile von E-Learning, Wesentliches zu den Lernparadigmen Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus, wichtige Unterschiede zwischen CBT und WBT und Merkmale der Lernformen Teleteaching und Teletutoring sowie von kollaborativem und kooperativem Lernen wie z.B. mit WIKI`s oder Foren.

Ein Schlüsselerlebnis waren für mich die Uebungen mit den alternativen Mind-Map-Formen mit www.mindmeister.com und www.thinkature.com.

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Mind-Maps auf Papier ist seit Jahren eine wichtige Lernmethode in meinem Unterricht. Die Lernenden erstellen sie je nach Ziel und Aufgabe einzeln, zu zweit oder in Gruppen. Sie verwenden sie zum Brainstorming, als Präsentationshilfe oder zur Prüfungsvorbereitung u.a.m.

Ich kann mir gut vorstellen, Mind-Maps mit den Lernenden auch einmal synchron auf dem PC zu zeichnen und das Ergebnis und den Arbeitsprozess zu besprechen. Auf einer Mataebene würden wir wie im BUA-Kurs austauschen, was, wie und warum gut gegangen ist und wie die Methode sonst noch genutzt werden könnte.

Ich bin schon gespannt, wie die heutige PC-Generation damit umgeht…

Was mir zum Schluss noch zu Denken gibt, ist die Aussicht auf Web Based Training mit Second Life. Die Auswirkungen kann mir heute noch gar nicht genau vorstellen. Wer weiss, vielleicht werde ich auch einmal einen Avitar besitzen …

Zum IKT mit Texten sind heute Bild und Ton dazu gekommen.

Zuerst habe ich jedoch meine RSS-Feeds optimiert. Nun bekomme ich automatisch Post von allen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern vom IKT, BP und BUA. Auch den externen Blog von Baumgartner habe ich so abonniert.

Dann habe ich meine Linksammlung auf del.icio.us mit Bildern zur Werbepsychologie erweitert.

Die Arbeit mit Bildern und Podcasts ist für mich noch Neuland. Da muss ich noch die Aermel hochkrempeln wie hier auf der Foto von Max.

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Es gibt noch einiges zu tun. Es bleibt ja auch noch etwas Zeit heute Nachmittag…

IKT-Ideen für eine Ermöglichungsdidaktik? The world ist changing. Welche Menschen braucht unsere Welt? Wer ist fit für unsere Gesellschaft? Wie erreiche ich den pädagogischen Zug von Web 2.0?

Als Paradigma ist der sogenannte Konstruktivismus eine mögliche „Brille“ die Welt zu sehen und zu erklären.

Theoretisch wird unter anderem davon ausgegangen, dass die Welt aus geschlossenen Systemen besteht (z.B. der Mensch) und Erkenntnis beobachterabhängig ist (z.B. wer misst, verändert).

Als Lernmethode werden Lernumgebungen geschaffen, die sogenannt konstruktivistisches Lernen möglichst optimal ermöglichen (Ermöglichungsdidaktik).

Denkbar sind Verfahren des E-Learnings und Blended-Learnings.

In Lektionen könnte ich konkret ILIAS, WIKI`s, Social-Bookmarking, Blog`s u.am. eingesetzt werden.

Wichtig wäre, dass IKT nicht zur Ideologie hochstilisiert, sondern sinnvoll angewendet wird. Kein Königsweg für alles (Mögliche)!

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